Gemeinsame Abendfeldbegehung von LTA und IBLA
Am 17. Juni fand bei sommerlichen Temperaturen die alljährliche Feldbegehung zu den Sortenversuchen im Wintergetreide statt, die gemeinschaftlich vom LTA und dem IBLA organisiert wurde. Die über 100 teilnehmenden LandwirtInnen konnten sich dabei im Feld ein Bild von verschiedenen Sorten unter Luxemburger Anbaubedingungen machen.
Der erste Teil der Veranstaltung fand auf dem konventionell bewirtschafteten Wintergerste Schlag des Betriebs Patrick Morn in Huldange statt. Dort gab Pol von Schachtmeyer vom LTA einen Überblick über die wichtigsten Krankheiten in der Wintergerste und erläuterte, wie diese im Feld sicher erkannt werden können. Er betonte, dass im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes eine Fungizidbehandlung erst dann durchgeführt werden sollte, wenn die oberen, für den Ertrag entscheidenden Blattetagen (F1-F3) von einer Krankheit befallen sind. Eine frühere Behandlung ist aus ökonomischer Sicht nicht sinnvoll, da der zu erwartende phytopathologische Schaden zu diesem Zeitpunkt noch gering ist und den Einsatz in der Regel nicht rechtfertigt. Ebenso sei es wichtig, Krankheiten korrekt zu identifizieren und Pflanzenschutzmittel nur bei Bedarf, also nach Erreichen der Schadschwelle, gezielt einzusetzen. In diesem Jahr traten nur wenige Netzflecken auf. Dafür wurden vermehrt Mehltau, Rhynchosporium und Ramularia beobachtet. Anschließend präsentierte Michel Geiben die verschiedenen Wintergerstesorten.
Der zweite Teil des Abends fand auf dem ökologisch bewirtschafteten Schlag des Betriebs Schanck in Hupperdange statt. Dort stellte Tamina Schürmann die Sortenversuche im Winterweizen vor und ging dabei insbesondere auf die Blattstellung als wichtiges Sortenmerkmal im ökologischen Landbau ein. Die Blattstellung spielt eine bedeutende Rolle bei der Beikrautregulierung. Sorten mit einer waagerechten (planophilen) Blattstellung sowie breiteren Blättern beschatten den Boden stärker und können dadurch das Auflaufen von Beikräutern besser unterdrücken. Gleichzeitig führt die stärkere Beschattung jedoch dazu, dass sich Feuchtigkeit länger im Bestand hält, was das Risiko für Pilzkrankheiten erhöhen kann. Im Gegensatz dazu trocknen Bestände mit aufrechter Blattstellung schneller ab, bieten jedoch weniger Konkurrenz gegenüber Beikräutern. Das Ziel für Sorten im biologischen Anbau ist daher ein Kompromiss zwischen beiden Varianten.

Figure 1 Trotz Hitze kamen über 100 Interessierte zur Abendfeldbegehung von LTA und IBLA Bild: IBLA
Abschließend stellte Mathieu Wolter die Sortenversuche in Winterdinkel, Roggen und Triticale vor und ging dabei insbesondere auf die Bestockung ein. Die Bestockungsphase (BBCH 20-29) findet zu den Kurztagen statt – fängt also schon vor dem Winter an und kann auch danach noch anhalten. Die Pflanze bildet neben dem Haupttrieb meist drei Nebentriebe. Mit dem Einsetzen der Langtage setzt das Längenwachstum ein und die Bestockung endet. Die gebildeten Nebentriebe gehen dann gemeinsam mit dem Haupttrieb in die Blüte und reifen anschließend gleichzeitig ab. Beeinflusst wird die Bestockung durch die Saattiefe – je tiefer das Korn liegt, desto schlechter die Bestockung. Eine gezielte Düngung zum richtigen Zeitpunkt kann die Bestockung begünstigen. Auch Bodenbearbeitungen wie Striegeln oder Walzen können die Bildung von Nebentrieben anregen. Eine gute Bestockung ist nicht nur für einen guten Ertrag wichtig, sondern auch um einen stabilen Bestand mit einer guten Beikrautunterdrückung zu erreichen.
Autorinnen: Tamina Schürmann & Charlotte Junker
