Die richtige Zwischenfrucht für gesunde Böden, ein aktives Bodenleben und leistungsfähige Sommerkulturen – Teil II
Zwischenfrüchte bieten zahlreiche Vorteile in der Fruchtfolge
Im ersten Teil des Artikels, der in der letzten Ausgabe erschienen ist, haben wir die Vorteile von Zwischenfrüchten umfangreich beleuchtet und sind auf die Zwischenfrüchte vor Herbstkulturen eingegangen. In diesem zweiten Teil liegt der Fokus auf den Zwischenfrüchten vor den Frühjahrskulturen. Hier ergeben sich aufgrund der längeren Wachstumsphase mehr Möglichkeiten bei der Festlegung der Aussaatzeitpunkte und Mischungen. Zwischenfrüchte sind besonders wichtig, um freiwerdende Nährstoffe aufzunehmen und diese im Oberboden für die Pflanzen verfügbar zu halten. Sommerkulturen sind von Hitze- und Trockenstress betroffen und sind somit besonders darauf angewiesen, dass der Boden optimal vorbereitet ist, um möglichst lange Wasser zu speichern und Regen schnell und effizient aufzunehmen. Versuche der LfL Bayern zeigen beispielsweise, dass verschiedene Zwischenfruchtmischungen für einen signifikanten Mehrertrag bei Mais sorgten. Jedoch darf die Zwischenfruchtwirkung nicht allein auf den direkten Ertragseffekt der Folgekultur reduziert werden, denn auch bei schlechter Entwicklung der Zwischenfrucht sind positive, langfristige Effekte im Boden und bei der Nährstoffverfügbarkeit zu erkennen.
Nun stellt sich die Frage, woher diese positiven Effekte kommen. Wie bereits im ersten Teil erklärt, liefern die Wurzeln der verschiedenen Zwischenfrucht-Komponenten eine leicht umsetzbare, organische Substanz als Nahrung für das Bodenmikrobiom. Das Mikrobiom ist Teil des Nährstoffkreislaufs für unsere Kulturpflanzen und kann gebundene Bodennährstoffe löslich machen. Und nur ein aktives Bodenleben, lange Bodenbedeckung, viel Durchwurzelung und Humusaufbau sind die Grundlage für eine optimale Pflanzenernährung.
Die richtige Stellung der Zwischenfrucht in der Fruchtfolge
Welche Arten und Mischungen sich für verschiedene Aussaattermine eignen, hängt vor allem von der Stellung in der Fruchtfolge, der Bodenart und dem geplanten Saattermin der Hauptkultur ab. Mischungen eröffnen zahlreiche Möglichkeiten und erfüllen mehrere Funktionen gleichzeitig. Bei frühen Aussaaten bis Ende August bietet sich eine abfrierende Mischung mit Buchweizen, Lein, Phacelia, Sonnenblumen und Ramtillkraut an. In dieser Mischung hat man Partner mit schneller Bodenbedeckung (Buchweizen, Lein), guter Durchwurzelung des Ober- und Unterbodens (Phacelia, Sonnenblume), viel Biomassebildung (Ramtillkraut, Buchweizen) sowie einen Blüheffekt (Phacelia, Sonnenblume) im Spätsommer. Jedoch ist zu beachten, dass es bei Buchweizen, durch die schnelle Jugendentwicklung und das schnelle Wachstum, zum Aussamen kommen kann, was im Folgejahr zu Konkurrenz in der Hauptkultur führen kann. Im Zweifel sollte auf Buchweizen verzichtet, und auf den ebenfalls durch seinen schnellen Auflauf und seine hohe Biomassebildung bekannten Ölrettich gesetzt werden. Zur Anreicherung von Stickstoff im Boden, für die Folgekultur, kann noch eine Körnerleguminose eingemischt werden.
Es gilt aber bei der Zusammensetzung abzuwägen, ob man auf eine abfrierende, eine überwinternde oder auf eine Zwischenfruchtmischung aus beidem setzt. Bei den abfrierenden Zwischenfrüchten könnte die bereits beschriebene Mischung verwendet werden. Steht im Frühjahr genügend Zeit vor der Hauptkultur zur Verfügung, um die Zwischenfrucht einzuarbeiten, kann eine winterfeste Mischung genutzt werden. Hier bieten sich Kleearten wie Inkarnatklee, Winterwicken, Wintererbsen sowie Roggen oder andere Wintergetreide als Mischungspartner an, welche ab Anfang September gesät werden können. Diese Mischungen sind auch gut zur einmaligen Schnittnutzung im Frühjahr geeignet.

Gelbsenf bietet sich an, wenn vor der Frühjahrsaussaat wenig Zeit für die Einarbeitung zur Verfügung steht (Bild entstanden am 24.11.2025), Bildquelle: IBLA
Bei der überwinternden Zwischenfrucht gilt, dass auf Leguminosen verzichtet werden soll, wenn eine Leguminose als Hauptkultur folgt.
Spätsaatverträgliche Pflanzen zur Aussaat, z. B. nach Mais, Ende September/Anfang-Mitte Oktober sind Gelbsenf, Ölrettich und Phacelia, welche im Jugendstadium relativ gut überwintern, und ausgewachsen, sicher abfrieren. Die positiven Wirkungen einer spät gesäten Winterzwischenfrucht nach der Ernte vom Mais sind jedoch überschaubar. Untersaaten, die früh mittels Nachsaatgerät oder Drohne in den Bestand etabliert wurden, über den Winter weiterwachsen können und keine weitere Bearbeitung benötigen, bleiben hier die bessere Wahl.
Aussaat und Pflege der Zwischenfrucht
Die Saattiefe liegt mit maximal 2 cm optimal, wobei das Saatgut angewalzt werden sollte, damit die Samen Bodenschluss haben. Um die Mineralisierung so gering wie möglich zu halten, ist eine flache Bodenbearbeitung wichtig. Eine Direktsaat in die Stoppel ist ebenfalls möglich. In einigen Fällen kommt es zu einer starken Entwicklung der Zwischenfrüchte im Herbst. In dieser Situation ist eine Nutzung zur Fütterung oder das Abmulchen empfehlenswert. Bei einigen Mischungen ist eine Beweidung möglich. Bei der Samenbildung von Senf, Buchweizen und Wicken ist die Reduzierung des Bestands sogar unumgänglich.
Beihilfen zum Anbau von Zwischenfrüchten und Untersaaten
Der Zwischenfruchtanbau mit einfacher Bedeckung wird mit 120 €/ha gefördert, der Zwischenfruchtanbau mit mindestens drei verschiedenen Arten mit 185 €/ha und Untersaaten in Maiskulturen werden mit 150 €/ha bezuschusst.
Wenn Sie weitere Fragen zum Zwischenfruchtanbau haben, dann melden Sie sich bei unserem Beraterteam. Hier finden Sie weitere Informationen und den Kontakt.
