Kleegras ohne Kühe

Eine Herausforderung für viehlose Betriebe
Feldfutter als Ackergras, mehr aber noch in Form von Klee- oder Luzerne-Gras, ist ein „Motor“ für den Aufbau und Erhalt der Bodenfruchtbarkeit.Feldfutter als Ackergras, mehr aber noch in Form von Klee- oder Luzerne-Gras, ist ein „Motor“ für den Aufbau und Erhalt der Bodenfruchtbarkeit.

Das Feldfutter wirkt hierbei zweifach: Zunächst direkt auf dem Feld durch ober- und unterirdische organische Stoffe wie Wurzelausscheidungen, Wurzelumsatz sowie oberirdischen Stängel- und Blattrückständen. Zum Zweiten nach seiner „Veredelung“ durch Wiederkäuer zu wertvollem Mist und Gülle für Acker und Grünland. Viele Studien zeigen, dass die positive Wirkung des Mistes von Wiederkäuern auf die Bodenfruchtbarkeit kaum zu überbieten ist.

Gerade im ökologischen Landbau ist die Stickstoffversorgung eine zentrale Herausforderung. Mineralische Stickstoffdünger stehen nicht zur Verfügung, weshalb Leguminosen eine entscheidende Rolle spielen. … weiterlesen “Kleegras ohne Kühe”

Neue rebsorten braucht das Land

Luxemburgische WinzerInnen auf Exkursion in der Pfalz

Im Rahmen des Projekts YesWiClim wurde am Donnerstag, 20. August 2026, eine Tagesexkursion zur Rebschule Freytag, Neustadt an der Weinstraße und zum Julius-Kühn-Institut für Rebenzüchtung, Siebeldingen durchgeführt. Die Gruppe bestand aus 21 Winzerinnen, Winzern und weininteressierten Personen aus Luxemburg und Deutschland. Organisiert wurde die Reise vom Weinbauberater des IBLA, Jörg Pauly.

Das erste Ziel war die Rebschule Freytag in Neustadt an der Weinstraße, die seit Langem als einer der führenden Pflanzguterzeuger für Reben in Europa gilt. Das Unternehmen stellt nicht nur Rebpflanzgut her, sondern züchtet auch im großen Stil neue PIWI-Rebsorten, die besonders widerstandsfähig gegenüber den wichtigsten Schaderregern sind. Volker Freytag, der Inhaber des Betriebes, führte durch die verschiedenen Zuchtgärten und Versuchsanlagen. Die Rebanlagen standen zu diesem Zeitpunkt kurz vor der … weiterlesen “Neue rebsorten braucht das Land”

Mit Zwischenfrucht gut vorbereitet ins Frühjahr

Die richtige Zwischenfrucht für gesunde Böden, ein aktives Bodenleben und leistungsfähige Sommerkulturen – Teil II

Zwischenfrüchte bieten zahlreiche Vorteile in der Fruchtfolge

Im ersten Teil des Artikels, der in der letzten Ausgabe erschienen ist, haben wir die Vorteile von Zwischenfrüchten umfangreich beleuchtet und sind auf die Zwischenfrüchte vor Herbstkulturen eingegangen. In diesem zweiten Teil liegt der Fokus auf den Zwischenfrüchten vor den Frühjahrskulturen. Hier ergeben sich aufgrund der längeren Wachstumsphase mehr Möglichkeiten bei der Festlegung der Aussaatzeitpunkte und Mischungen. Zwischenfrüchte sind besonders wichtig, um freiwerdende Nährstoffe aufzunehmen und diese im Oberboden für die Pflanzen verfügbar zu halten. Sommerkulturen sind von Hitze- und Trockenstress betroffen und sind somit besonders darauf angewiesen, dass der Boden optimal vorbereitet ist, um möglichst lange Wasser zu speichern und Regen schnell und effizient aufzunehmen. … weiterlesen “Mit Zwischenfrucht gut vorbereitet ins Frühjahr”

Körnerleguminosen erfolgreich anbauen

Abendfeldbegehung unterstreicht Bedeutung von Kultur- und Sortenwahl

Am 30. Juni fand in Weicherdingen auf der Fläche des Bio-Betriebs Rossler eine Abendfeldbegehung zum Thema Körnerleguminosen statt. Obwohl der Anbau letzterer zahlreiche ökologische Vorteile bietet und Körnerleguminosen aufgrund des hohen Proteingehalts einen wichtigen Beitrag zur globalen Proteinversorgung leisten können, ist der Anbauumfang in Luxemburg weiterhin sehr gering.

Vor diesem Hintergrund wurden im Rahmen des EU-Projekts OrganicYieldsUP die wichtigsten Einflussfaktoren und Stellschrauben für einen erfolgreichen Anbau von Körnerleguminosen vorgestellt. Eine der entscheidenden Maßnahmen ist eine wirksame Beikrautregulierung, da Körnerleguminosen in der Jugendentwicklung zunächst nur eine geringe Konkurrenzkraft gegenüber Beikräutern besitzen. Weitere ertragsbegrenzende Faktoren sind Wurzelschäden und eine geringe Knöllchenbildung u. a. infolge pilzlicher Schaderreger. Diese treten insbesondere bei einem hohen Anteil von Leguminosen in der Fruchtfolge auf. Deshalb ist die Einhaltung … weiterlesen “Körnerleguminosen erfolgreich anbauen”

Welche Zwischenfrucht passt?

Teil I: Zwischenfrucht vor Herbstkultur

Der Anbau von Zwischenfrüchten bietet viele Vorteile und ist ein Grundprinzip des biologischen Landbaus. Doch welche Zwischenfrüchte kommen vor einer Herbstkultur infrage?

Zwischenfrüchte können Beikräuter unterdrücken, Nährstoffe für die Folgekultur erschließen und speichern, Humus aufbauen, die biologische Aktivität im Boden steigern und damit bodenbürtige Krankheiten reduzieren sowie Bodenerosion vorbeugen. Die sich verändernden Klimabedingungen machen den Zwischenfruchtanbau noch wichtiger. Hitze und Trockenheit bremsen die Mineralisierung im Boden. Setzen anschließend Niederschläge ein oder wird der Boden bearbeitet, läuft sie wieder verstärkt ab, und das Risiko, dass freigesetzte Nährstoffe ausgewaschen werden, steigt.

Ein wesentlicher Vorteil einer Zwischenfrucht ist die Zunahme der biologischen Aktivität der im Boden lebenden Mikroorganismen. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen konnte dies nachweisen, indem sie Brachen, Senf-Reinsaat und Zwischenfruchtmischungen miteinander verglich. Insbesondere bei den Mischungen … weiterlesen “Welche Zwischenfrucht passt?”

Wintergetreide im Mittelpunkt

Gemeinsame Abendfeldbegehung von LTA und IBLA

Am 17. Juni fand bei sommerlichen Temperaturen die alljährliche Feldbegehung zu den Sortenversuchen im Wintergetreide statt, die gemeinschaftlich vom LTA und dem IBLA organisiert wurde. Die über 100 teilnehmenden LandwirtInnen konnten sich dabei im Feld ein Bild von verschiedenen Sorten unter Luxemburger Anbaubedingungen machen.

Der erste Teil der Veranstaltung fand auf dem konventionell bewirtschafteten Wintergerste Schlag des Betriebs Patrick Morn in Huldange statt. Dort gab Pol von Schachtmeyer vom LTA einen Überblick über die wichtigsten Krankheiten in der Wintergerste und erläuterte, wie diese im Feld sicher erkannt werden können. Er betonte, dass im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes eine Fungizidbehandlung erst dann durchgeführt werden sollte, wenn die oberen, für den Ertrag entscheidenden Blattetagen (F1-F3) von einer Krankheit befallen sind. Eine frühere Behandlung ist … weiterlesen “Wintergetreide im Mittelpunkt”

Feldfuttermischung – Auf die Zusammensetzung kommt es an

Feldfutter bildet das Zentrum der biologischen Fruchtfolge, daher ist die richtige Wahl und Zusammensetzung der Feldfuttermischung ein wichtiger Punkt vor der Aussaat. Durch den drei- bis vierjährigen Anbau von Feldfutter mit Futterleguminosen, verschiedenen Gräsern und Kräutern werden direkt mehrere positive Effekte erreicht. Zu einen wird dem Bodenleben, über die absterbenden Wurzeln und Wurzelausscheidungen viel Nahrung geliefert, was später in Humus umgewandelt wird. Zudem fördert die ausbleibende Bodenbearbeitung in der Feldfutterperiode das Bodenleben.

Die dichte Grasnarbenbildung und mehrfach abtragende Schnitte pro Jahr, bewirken eine gute Beikrautunterdrückung. Bei der Mischungszusammensetzung muss zum einen darauf geachtet werden, dass wüchsige Komponenten in der Mischung sind (z.B. Obergräser wie Weidelgras) um einen schnellen Neuaufwuchs zu gewährleisten, die Beikräuter unterdrückt. Zudem sollen ausläufertreibende Komponenten (z.B. Weißklee, Rotschwingel, Wiesenrispe) enthalten sein, um bestehende oder entstehende … weiterlesen “Feldfuttermischung – Auf die Zusammensetzung kommt es an”

Biologische Pflanzen­schutzmittel: Hoffnungs­träger ohne Lobby

Biologische Lösungen im FiBL Focus Podcast

Vorbeugende Maßnahmen wie Biodiversität, geeignete Fruchtfolgen, robuste Sorten und die Förderung von Nützlingen sind zentral, um die Pflanzengesundheit zu sichern. Doch sie reichen nicht immer aus. Klimawandel und neue Schadorganismen erhöhen den Druck auf die Kulturen. Der Bedarf an zusätzlichen Strategien wächst. Wirksame biologische Lösungen sollen gezielt wirken, gleichzeitig Umwelt, Nützlinge und Bodenleben schonen und dabei wirtschaftlich rentabel sein. Doch wie ist das machbar?

Hier setzt die Forschung an: Gesucht sind neue biologische Pflanzenschutzmittel. Ein Beispiel ist das Projekt TASSILI, welches das Institut für Biologische Landwirtschaft und Agrarökologie (IBLA) gemeinsam mit dem Luxembourg Institute of Science & Technology (LIST) und der Université de Reims Champagne-Ardenne realisiert hat. In diesem Projekt werden natürliche Wirkstoffe aus Hülsenfrüchten untersucht. Konkret geht es um sogenannte Saponine … weiterlesen “Biologische Pflanzen­schutzmittel: Hoffnungs­träger ohne Lobby”

Mechanische Beikrautregulierung im Mais: Grundlagen & Technik 

Gemeinsame Feldbegehung von IBLA, SIWA und LWK

Am 4. Juni veranstalteten das Institut fir biologesch Landwirtschaft an Agrarökologie Luxemburg a.s.b.l., die landwirtschaftliche Kooperation SIWA und die Landwirtschaftskammer Luxemburg eine gemeinsame Feldbegehung zur mechanischen Beikrautregulierung im Mais. Trotz wechselhafter Witterung mit Wind und zeitweiligen Regenschauern nahmen rund 130 interessierte Landwirtinnen und Landwirte an der Veranstaltung teil und verfolgten die Vorträge sowie die praktische Vorführung auf dem Feld. 

Trotz schwieriger Witterungsbedingungen mit Wind und Regen war das Interesse groß. Bild: LWK

Im Fokus standen die beiden wichtigsten Verfahren der mechanischen Beikrautregulierung: der Striegel und die Hacke. Tamina Schürmann vom IBLA erläuterte die Grundlagen, optimalen Einsatzzeitpunkte sowie die wichtigsten Einstellungen der Maschinen, um eine möglichst hohe Wirksamkeit zu erzielen. 

Beim Striegel wurde hervorgehoben, dass dieser sowohl im Vorauflauf als auch im … weiterlesen “Mechanische Beikrautregulierung im Mais: Grundlagen & Technik ”

Exkursion ins Ahrtal stärkt Austausch in der Großregion

Im Rahmen des INTERREG Großregion geförderten Projektes „YesWiClim“ organisierte das Institut fir Biologesch Landwirtschaft an Agrarökologie Luxemburg (IBLA a.s.b.l.) eine Fachexkursion in das deutsche Ahrtal. 28 Winzerinnen und Winzer sowie Fachvertreterinnen und -vertreter aus Luxemburg, Belgien und Deutschland nahmen teil, um Einblicke in die besonderen Herausforderungen des Steillagenweinbaus zu gewinnen und den grenzüberschreitenden Austausch zu stärken.

Erste Station war das Weingut Kriechel in Ahrweiler. Im Rahmen eines Impulsvortrags von Paul Gieler, mit begleiteter Weinprobe, erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Geschichte und Besonderheiten des Ahrtals. Die Region ist geprägt von vielfältigen Schieferböden und einem hohen Anteil an Rotweinsorten. So werden auf rund 80 % der Rebfläche insbesondere Spät- und Frühburgunder angebaut. Historische Terrassenanlagen und aufwendige Handarbeit kennzeichnen den Weinbau in den Steillagen.

Neben den natürlichen … weiterlesen “Exkursion ins Ahrtal stärkt Austausch in der Großregion”