Luxemburgische WinzerInnen auf Exkursion in der Pfalz
Im Rahmen des Projekts YesWiClim wurde am Donnerstag, 20. August 2026, eine Tagesexkursion zur Rebschule Freytag, Neustadt an der Weinstraße und zum Julius-Kühn-Institut für Rebenzüchtung, Siebeldingen durchgeführt. Die Gruppe bestand aus 21 Winzerinnen, Winzern und weininteressierten Personen aus Luxemburg und Deutschland. Organisiert wurde die Reise vom Weinbauberater des IBLA, Jörg Pauly.
Das erste Ziel war die Rebschule Freytag in Neustadt an der Weinstraße, die seit Langem als einer der führenden Pflanzguterzeuger für Reben in Europa gilt. Das Unternehmen stellt nicht nur Rebpflanzgut her, sondern züchtet auch im großen Stil neue PIWI-Rebsorten, die besonders widerstandsfähig gegenüber den wichtigsten Schaderregern sind. Volker Freytag, der Inhaber des Betriebes, führte durch die verschiedenen Zuchtgärten und Versuchsanlagen. Die Rebanlagen standen zu diesem Zeitpunkt kurz vor der Ernte. Bei den Sorten konnte demnach die Laubwand, das Wuchs- und Rankverhalten sowie die optische und sensorische Traubenqualität begutachtet werden.
Zusätzlich wurde zu jeder Sorte eine Weinprobe von namhaften Betrieben aus der Pfalz, die die jeweilige Sorte anbauen, ausgeschenkt. Die TeilnehmerInnen der Exkursion konnten sich so ein umfassendes Bild von den Sorten machen (u. a. Sauvignac, Pinotin, Cabaret Noir, Satin Noir, Laurot). Der Besuch endete mit einer Vorstellung von Sorten, die sich im Endstadium des Züchtungsprozesses befinden. Diese haben zwar noch keine Sortennamen, zeigten aber eindrucksvoll, dass bei den PIWI-Sorten für die Zukunft eine sehr vielversprechende Entwicklung sowohl hinsichtlich der Pilzresistenzen als auch der sensorischen Eigenschaften erwartet werden darf.

Kurz vor der Ernte ist die beste Zeit, um sich ein Bild zu neuen Rebsorten zu machen. Die Teilnehmenden der Weinbauexkursion nutzten die Gelegenheit.
Am Nachmittag folgte ein Besuch des Instituts für Rebenzüchtung des Julius-Kühn-Instituts, dem Geilweilerhof in Siebeldingen. Der Institutsleiter Prof. Dr. Oliver Trapp stellte sein Institut und einige Forschungsprojekte im Themenbereich „Weinbau und Klimawandel“ vor. Anschließend wurden die Außenanlagen sowie die Zucht- und Vermehrungsgärten besichtigt. Besonders eindrucksvoll war der umfangreiche Rebsortengarten, in dem nahezu alle weltweit angebauten Kulturrebsorten für Kelter- und Tafeltrauben vertreten sind. Auch die Entstehung einer neuen Sorte wurde anhand der verschiedenen Stadien des Züchtungsprozesses demonstriert.
Den Abschluss bildete eine Verkostung von Weinen aus dem Versuchskeller des Instituts. Hierbei kam es nicht darauf an, perfekt vinifizierte Weine zu probieren. Vielmehr ging es darum, durch einen standardisierten Weinausbau, die Sortenmerkmale herauszuarbeiten und vergleichbar zu machen. Auch in dieser Probe zeigte sich, dass die PIWI-Sorten der Zukunft nochmals deutliche Fortschritte in Bezug auf die Pilzresistenzen und das sensorische Potenzial erwarten lassen.
Die TeilnehmerInnen äußerten sich sehr positiv über die Organisation der Exkursion mit zwei hochinteressanten Zielen, an denen jeweils bedeutsame Aspekte des Weinbaus der Zukunft kennengelernt und diskutiert werden konnten. Sind Sie Winzerin oder Winzer und möchten Sie regelmäßig über Veranstaltungen in der Großregion informiert werden? Dann abonnieren Sie den Newsletter des YesWiClim Projektes hier.
Das Projekt wird im Rahmen von INTERREG finanziert von der Europäischen Union und vom Ministère de l’Agriculture, de l’Alimentation et de la Viticulture.
Autor: Jörg Pauly
