Mechanische Beikrautregulierung im Mais: Grundlagen & Technik 

Gemeinsame Feldbegehung von IBLA, SIWA und LWK

Am 4. Juni veranstalteten das Institut fir biologesch Landwirtschaft an Agrarökologie Luxemburg a.s.b.l., die landwirtschaftliche Kooperation SIWA und die Landwirtschaftskammer Luxemburg eine gemeinsame Feldbegehung zur mechanischen Beikrautregulierung im Mais. Trotz wechselhafter Witterung mit Wind und zeitweiligen Regenschauern nahmen rund 130 interessierte Landwirtinnen und Landwirte an der Veranstaltung teil und verfolgten die Vorträge sowie die praktische Vorführung auf dem Feld. 

Trotz schwieriger Witterungsbedingungen mit Wind und Regen war das Interesse groß. Bild: LWK

Im Fokus standen die beiden wichtigsten Verfahren der mechanischen Beikrautregulierung: der Striegel und die Hacke. Tamina Schürmann vom IBLA erläuterte die Grundlagen, optimalen Einsatzzeitpunkte sowie die wichtigsten Einstellungen der Maschinen, um eine möglichst hohe Wirksamkeit zu erzielen. 

Beim Striegel wurde hervorgehoben, dass dieser sowohl im Vorauflauf als auch im Nachauflauf eingesetzt werden kann. Für einen erfolgreichen Einsatz ist der Entwicklungsstand der Beikräuter entscheidend. Zudem wurden verschiedene Einstellmöglichkeiten wie Zinkenanstellwinkel und Fahrgeschwindigkeit erläutert, die an die jeweiligen Boden- und Kulturbedingungen angepasst werden müssen. 

Im Anschluss stellte Tamina Schürmann die Beikrautregulierung mit der Hacke vorgestellt. Diese sollte im Mais möglichst bis zum Acht-Blatt-Stadium eingesetzt werden mit Berücksichtigung der Pflanzenhöhe. Dabei spielen die richtige Arbeitstiefe und eine angepasste Fahrgeschwindigkeit eine wichtige Rolle, um eine optimale Wirksamkeit gegen Beikräuter zu erzielen und gleichzeitig die Kulturpflanzen zu schonen. 

Die Mitarbeiterin des IBLA betonte, dass eine erfolgreiche Beikrautregulierung unter anderem auf einer durchdachten Fruchtfolge basiert, die dazu beiträgt, den Beikrautdruck langfristig zu senken und die Wirksamkeit der Maßnahmen zu erhöhen. Eine Kombination aus mechanischen Verfahren und dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln kann sinnvoll sein, wenn auf letztere nicht vollständig verzichtet werden kann.

Die Kooperationshacke, die den Landwirtinnen und Landwirten im Wasserschutzgebiet SIAS zur Verfügung gestellt wird. Bild: LWK

Moritz Colbus (LWK) stellte schließlich die achtreihige Hacke vor, die von den Landwirtinnen und Landwirten, die der SIWA-Kooperation angehören, genutzt werden kann. Sie wurde von Joé Medinger gefahren. Die Hacke des Herstellers Einböck zeichnet sich durch ein Kamerasystem aus, das neben der Spurführung mit RTK eine exakte, automatische Reihenanpassung in horizontaler Richtung mittels Verschieberahmen erlaubt. Dies erlaubt saubere Hackergebnisse und entlastet die Fahrerin bzw. den Fahrer. Eine gute Bodenanpassung wird über die Aufhängung der Schare an separaten Parallelogrammen erreicht. Zur Beikrautbekämpfung in der Maisreihe können nachlaufende Fingerhacken eingesetzt werden. Alternativ bietet das Gerät auch die Möglichkeit des Herbizideinsatzes in der Reihe, indem ein schmaler Bereich von etwa 15 cm behandelt wird (Bandspritzung). Hierdurch lässt sich der Herbizideinsatz um etwa 80 % gegenüber einer flächigen Spritzung reduzieren. Das Herbizid wird hierfür im Fronttank mitgeführt.  

Die Feldbegehung zum Thema mechanische Beikrautregulierung zeigte sowohl Chancen als auch Herausforderungen der mechanischen Beikrautregulierung auf. Insbesondere in Wasserschutzgebieten, in denen der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln eingeschränkt ist, stellt sie eine wichtige Alternative zum chemischen Pflanzenschutz dar. Die hohe Teilnehmerzahl verdeutlichte das wachsende Interesse an alternativen Verfahren zum Beikrautmanagement im Maisanbau.  Bei Fragen zum Thema wenden Sie sich gern an unser Beraterteam.

Autorin: Manon Kinn