Exkursion ins Ahrtal stärkt Austausch in der Großregion

Im Rahmen des INTERREG Großregion geförderten Projektes „YesWiClim“ organisierte das Institut fir Biologesch Landwirtschaft an Agrarökologie Luxemburg (IBLA a.s.b.l.) eine Fachexkursion in das deutsche Ahrtal. 28 Winzerinnen und Winzer sowie Fachvertreterinnen und -vertreter aus Luxemburg, Belgien und Deutschland nahmen teil, um Einblicke in die besonderen Herausforderungen des Steillagenweinbaus zu gewinnen und den grenzüberschreitenden Austausch zu stärken.

Erste Station war das Weingut Kriechel in Ahrweiler. Im Rahmen eines Impulsvortrags von Paul Gieler, mit begleiteter Weinprobe, erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Geschichte und Besonderheiten des Ahrtals. Die Region ist geprägt von vielfältigen Schieferböden und einem hohen Anteil an Rotweinsorten. So werden auf rund 80 % der Rebfläche insbesondere Spät- und Frühburgunder angebaut. Historische Terrassenanlagen und aufwendige Handarbeit kennzeichnen den Weinbau in den Steillagen.

Neben den natürlichen Gegebenheiten wurden aktuelle Herausforderungen intensiv diskutiert: zunehmende Wetterextreme wie Spätfrost und Sonnenbrand, Herausforderungen im Pflanzenschutz wie ESCA und Kirschessigfliege sowie steigende Kosten und der wachsende Marktdruck. Auch die Flutkatastrophe im Jahr 2021, bei der ein Großteil der Betriebe betroffen war, bleibt ein prägendes Ereignis. Gleichzeitig zeigte sich der bemerkenswerte Wiederaufbau der Region.

Die Verkostung unterstrich die Vielfalt der Ahrweine – von Blanc de Noir über Rosé bis hin zu im Barrique ausgebauten Spät- und Frühburgundern. Auch pilzwiderstandsfähige Sorten verdeutlichten die Innovationskraft des Betriebes Kriechel.

Am Nachmittag besuchte die Gruppe die Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr, die älteste ihrer Art weltweit. Kellermeisterin Astrid Rickert führte durch die Produktion und erläuterte die Bedeutung von Qualität in der Traubenannahme sowie die Organisation der Genossenschaft mit über 460 Mitgliedern, wovon 250 Winzerinnen und Winzer aktive Mitglieder sind und im Herbst Trauben liefern. Auch hier wurde die enge Verbindung von Tradition und moderner Kellertechnik deutlich. Die Verkostung im historischen Gewölbekeller bot einen umfassenden Einblick in das Sortiment – von frischen Weißweinen bis hin zu hochwertigen Spätburgunder-Lagenweinen.

Abbildung 1 Der historische Holzfasskeller der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr, der ältesten Winzergenossenschaft Deutschlands. Bildquelle: IBLA

Im weiteren Verlauf des Tages entwickelte sich ein intensiver fachlicher Austausch zwischen den Teilnehmenden aus den verschiedenen Regionen. Die Exkursion bot die ideale Gelegenheit, Erfahrungen zu teilen, Herausforderungen zu vergleichen und gemeinsame Lösungsansätze zu diskutieren. Dank des organisierten Dolmetscherservices konnte dieser Dialog problemlos mehrsprachig stattfinden.

Gerade im Hinblick auf Klimawandel und Marktveränderungen wurde deutlich, wie wichtig eine enge Vernetzung innerhalb der Großregion ist. Die Exkursion zeigte eindrucksvoll, dass der Weinbau vor großen Herausforderungen steht, aber auch, dass gemeinsamer Austausch und Kooperation entscheidende Bausteine für eine erfolgreiche Zukunft sind.

Autorin: Laura Leimbrock-Rosch

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