Wie Bäume auf dem Acker dabei helfen Wetterextreme auszugleichen
Agroforstsysteme beschreiben landwirtschaftliche Produktionssysteme, die allgemein gesprochen, Gehölze und ackerbauliche bzw. gärtnerische Nutzung oder Nutztierhaltung miteinander verbinden. Ein traditionelles Agroforstsystem stellen die in Luxemburg weit verbreiteten „Bongerten“ dar, welche extensive Obstkulturen mit einer Weidenutzung verbinden. Moderne Agroforstsysteme integrieren Gehölzstreifen auf Ackerflächen.

Gehölzstreifen in Differdange strukturieren Ackerflächen und sind eine Bereicherung für die Landschaft Bild: IBLA
Eine Vielzahl von Aspekten lässt die Integration von Agroforstsystemen im Ackerbau und in Grünlandsystemen sinnvoll erscheinen. Beispielsweise können größere Schläge, oder solche mit starker Hangneigung, durch Agroforstsysteme strukturiert werden. Die damit einhergehende Verkürzung von Hanglängen und die windbremsende Wirkung wirken sowohl der Wasser- als auch der Winderosion entgegen. Wasser kann durch die Baumstreifen länger auf den Flächen gehalten werden, wodurch die ausgedehnten, tiefreichenden Wurzelsysteme der Gehölze Zeit haben, Nährstoffe zu binden und Schadstoffe zu filtern, bevor sie ins Grundwasser gelangen können. Verbesserte kleinklimatische Bedingungen (Verdunstungsfeuchte, Schattenwurf, Abschwächung Tropfenschlag) können helfen Wetterextreme abzupuffern. Hiervon profitieren sowohl landwirtschaftliche Kulturen als auch Nutztiere.
Durch die betriebs- und schlagindividuelle Gestaltung des Agroforstsystems und dessen Management lassen sich Effekte wie bspw. Schattenwurf oder Konkurrenzsituationen gezielt steuern – unter Minimierung unerwünschter Effekte und Maximierung positiver Effekte. Ziel der Agroforstsysteme sollte es immer sein, positive Gesamtwirkungen für den Betrieb zu erzielen. Dies können geldwerte Leistungen sein, die sich kurzfristig einstellen oder erst in vielen Jahren zum Tragen kommen, durch die Ernte von Werthölzern und die Verbesserung der Bodenbedingungen – bspw. durch eine über Jahre reduzierte Bodenerosion. Es können aber auch Leistungen erreicht werden, die sich nicht direkt monetarisieren lassen, wie beispielsweise die Förderung von Nahrungsnetzen (Insekten, Vögel) und damit verbundene Ökosystemleistungen, die man als funktionelle Biodiversität bezeichnen kann.
Als Beihilfe für die Anpflanzung und Pflege von Agroforstsystemen steht die AUKM 554 zur Verfügung. Weiterhin bietet Lisa Zenners vom Naturpark Our umfassende Unterstützung bei der betriebs- und flächenspezifischen Planung von Agroforstsystemen sowohl auf dem Acker als auch auf Grünland.
Kontaktieren Sie Lisa Zenners (Naturpark Our) oder Tamina Schürmann/Thorsten Ruf (IBLA).
