Corinne Kox zieht Bilanz zum Weinjahr 2025

Ein (fast) entspanntes Weinjahr 2025.

Hier lesen Sie Teil 2 der Interviewserie, die wir zum Weinjahr 2025 durchgeführt haben. Zu Wort kommt Corinne Kox von der Domaine Laurent & Rita Kox in Remich.

Wie ist das Weinjahr 2025 für Euer Weingut gelaufen?

Corinne Kox: Der Vegetationsverlauf bereitete uns so gut wie keine Probleme. Die Wasserversorgung war über den ganzen Sommer ausreichend, so dass kein Wasserstress entstehen konnte. In einigen Weinbergen haben wir eine grüne Lese durchgeführt, um besonders wuchsschwache Stöcke zu entlasten und für eine bessere Reife der am Stock verbleibenden Trauben zu sorgen. Der Pilzdruck war witterungsbedingt in 2025 recht niedrig, so dass die beiden wichtigsten Pilzkrankheiten Peronospora und Oidium sehr gut beherrschbar waren. Unsere Rebanlagen konnten wir weitestgehend befallsfrei halten. Lediglich in einer Parzelle trat leichter Oidiumbefall auf, der aber durch eine entsprechende Traubenwäsche an einer weiteren Ausbreitung gehindert werden konnte.

Corinne und Laurent Kox von der Domaine Laurent & Rita Kox in Remich; Quelle: Domaine Laurent & Rita Kox

Wie war der Ernteverlauf?

Corinne Kox: Der Lesebeginn lag auch in diesem Jahr mit Ende August sehr früh. Wir begannen mit der sehr früh reifenden Sorte Auxerrois. Die Trauben wurden für die Herstellung von Crémant-Grundweinen verwendet. Unsere Befürchtung, dass aufgrund des frühen Erntetermins die Trauben noch sehr grüne Aromen aufweisen würden, bestätigte sich nicht. Die Trauben zeigten zu diesem Zeitpunkt bereits sehr reife Aromen. Dadurch fiel uns die Entscheidung für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Aromaprägung und Alkoholausbeute sehr leicht.
Eine selektive Lese mussten wir bis auf wenige Ausnahmen nicht durchführen, da die Trauben einen nahezu perfekten Gesundheitszustand hatten. Dies führen wir auch auf die Bicarbonatbehandlung zu Reifebeginn zurück, die wir deshalb in den kommenden Jahren regelmäßig durchführen werden.
Gegen Ende der Lese mussten wir dann bei zwei Sorten doch noch selektionieren: Bei der sehr kompakten Sorte St. Laurent setzte Fäulnis ein und im Pinot Noir machte ein leichter Befall der Kirschessigfliege eine selektive Beerntung erforderlich.

Wie waren die Gärverläufe und wie präsentieren sich die Jungweine?

Corinne Kox: Wir waren mit dem Gesundheitszustand unserer Trauben sehr zufrieden. Auch die große Regenmenge im September wurde ohne großes Auftreten von Fäulnis gut verkraftet. Die Erntemenge war für unsere Verhältnisse und im Vergleich zu den Vorjahren recht hoch. Die Trauben ließen sich problemlos verarbeiteten, die daraus gewonnenen Säfte zeigten sehr gut ausgeprägte Aromen und gute Mineralstoffversorgungen. Gärstockungen traten so gut wie nicht auf.
Für uns wird der Jahrgang 2025 ein nahezu perfekt gelungener Jahrgang sein. Wir erwarten Weine mit einer tollen Aromatik und Dichte und zugleich mit einer sehr ausgewogenen Mineralität und Säurestruktur. Wir denken, dass der Jahrgang 2025 ein langlebiger Jahrgang mit großem Reifepotential sein wird.

Die Moste ließen sich problemlos klären und verarbeiten. Sie zeigten eine tolle Fruchtaromatik und ausgewogene Säurewerte. Die Gärungen verliefen sehr gleichmäßig und ohne Stockungen, lediglich der Riesling brauchte etwas länger. Der Ausbau der Weine läuft auch weiterhin in einer Zusammenarbeit mit Max Duhr von der Domaine Madame Aly Duhr in Ahn. Die Weine lagern zurzeit noch auf der Feinhefe. Filtration und Füllung sind für Anfang April geplant.

Die Interviews führte Jörg Pauly (IBLA Weinbauberater).