Untersaaten oder Zwischenfrüchte nach Silomais?

Am 4. Februar fand ein Feldtag zur Winterbegrünung nach Silomais statt, der gemeinschaftlich von der CCR Région VDL und dem IBLA organisiert wurde. Ziel der Veranstaltung war es, praxisnahe Lösungen zur Reduzierung von Stickstoffverlusten nach dem Silomaisanbau aufzuzeigen.

Der erste, theoretische Teil der Veranstaltung, fand im Centre de loisirs in Steinsel statt. Dort wurden die grundsätzlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit Stickstoffverlusten nach dem Anbau von Silomais thematisiert. Da Silomais in der Regel spät geerntet wird, kann der optimale Saatzeitpunkt für Zwischenfrüchte häufig nicht mehr eingehalten werden. In der Folge entwickeln sich die Bestände nur schwach, nehmen zu wenig Stickstoff auf und können das Risiko der Nitratauswaschung daher kaum reduzieren. Statt Zwischenfrüchten können Untersaaten genutzt werden, die bereits im Maisbestand etabliert werden, und so einen längeren Zeitraum zur Entwicklung haben.

Erfahrungen aus einer Demoreihe im Rahmen des durch das MAAV und CCR Région VdL geförderten Projekts MaStaGUs zeigten, dass sich Untersaaten deutlich besser entwickelten, wenn sie nicht zu früh, sondern erst nach dem letzten Hackdurchgang in den Bestand eingebracht wurden. Bei früher Aussaat verunkrauteten die Bestände. Wird die Untersaat später angelegt, kann die Beikrautbekämpfung bis dahin intensiver durchgeführt werden. Zudem ist der Mais zu diesem Zeitpunkt bereits weiterentwickelt und dadurch konkurrenzstärker. In der Demoreihe führten die Untersaaten nicht zu Ertragsverlusten.

Im zweiten Teil der Veranstaltung ging es bei strahlendem Sonnenschein hinaus auf die Demofläche, die sich auf dem Betrieb des Rommeschter Haffs befindet. Vor Ort wurde eindrücklich sichtbar, wie schwach sich Zwischenfrüchte entwickeln, wenn sie aufgrund der späten Silomaisernte zu spät gesät werden. Im direkten Vergleich dazu präsentierten sich die Untersaaten deutlich besser.

Bodenbedeckung nach Silomais (22.01.26), Links: Spitzwegerich Untersaat, Rechts: Zwischenfrucht nach zu später Aussaat. Foto: Tamina Schürmann.

Eine besondere Aufmerksamkeit galt den Untersaaten mit Spitzwegerich. Spitzwegerich zeichnet sich durch eine schnelle und tiefe Durchwurzelung aus, wodurch dieser besonders trockenheitsangepasst ist, und eine hohe Stickstoffaufnahme ermöglicht. Darüber hinaus enthalten sowohl die Wurzeln als auch die Blätter Inhaltsstoffe, die die Nitrifizierung – also die Umwandlung von Ammonium zu Nitrat – hemmen. Dadurch kann das Risiko von Stickstoffauswaschung zusätzlich reduziert werden.

Der Feldtag machte deutlich, dass Untersaaten im Silomais aufgrund des späten Erntetermins eine vielversprechende Alternative zu Zwischenfrüchten darstellen können. Bei weiteren Fragen zur Etablierung von Untersaaten kontaktieren Sie gerne unseren Berater Ben Mangen.

Autorin: Charlotte Junker